Warum Schwimmenlernen eine Entscheidung der Eltern ist und nicht des Kindes
Schwimmen können ist lebenswichtig
Wenn es darum geht, das Schwimmen zu lernen, gibt es viele Fragen.
Sollten Kinder selber entscheiden, wann sie bereit sind? Oder liegt es in der Verantwortung der Eltern, sicherzustellen, dass ihre Kinder diese lebenswichtige Fähigkeit erlernen?
Die Antwort ist da eindeutig: Schwimmen lernen ist keine Frage des Wollens, sondern der Sicherheit und Gesundheit. Eltern sollten die Entscheidung treffen, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen und sie sollten nicht auf den Moment warten, in dem ihr Kind sagt: ‚Ich wäre jetzt bereit. Es kann losgehen!‘
In diesem Artikel erkläre ich, warum es so wichtig ist, dass Eltern den ersten Schritt machen und warum Schwimmenlernen keine Option, sondern eine Notwendigkeit für jedes Kind ist.
Warum ist Schwimmen so wichtig?
Schwimmen ist eine der grundlegenden Fähigkeiten, die ein Mensch möglichst im Kindesalter im Leben erwerben sollte. Es ist nicht nur eine sportliche Fähigkeit, sondern auch eine lebenswichtige! Im Jahr 2024 haben allein in Deutschland 411 Menschen, darunter 14 Kinder, ihr Leben im Wasser verloren (Quelle: DLRG). Oft ist es in einer Wassernähe, die für uns ‚Schwimmer‘ harmlos erscheint. Ob im Schwimmbad, im See, oder sogar am Strand – Wasser kann sehr schnell zur Gefahr werden. Deshalb ist es für jedes Kind wichtig, zu lernen, wie es sich im Wasser sicher bewegen kann.
Darüber hinaus fördert Schwimmen auch die körperliche Gesundheit, die Koordination und vor allem das Selbstbewusstsein deines Kindes. Es stärkt die Muskulatur, fördert die Ausdauer und hilft bei der geistigen und körperlichen Entwicklung. Kinder, die früh Schwimmen lernen, haben auch oft einen besseren Zugang zu anderen Sportarten.
- Lebenswichtig: Wasser birgt Risiken – selbst ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kann gefährlich werden. Schwimmen können reduziert diese Gefahr enorm.
- Selbstvertrauen: Kinder, die schwimmen können, wissen: „Ich kann mich auf mich verlassen!“
- Körperliche Entwicklung: Schwimmen trainiert den ganzen Körper, Koordination und Ausdauer.
- Emotionale Stärke: Schwimmen lernen bedeutet, Ängste zu überwinden, loszulassen und Erfolg zu erleben.
Warum sollte diese Entscheidung bei den Eltern liegen?
Viele Eltern stellen sich vor, dass ihr Kind erst dann schwimmen lernen sollte, wenn es wirklich ‚Lust darauf hat‘.
Die Wahrheit ist: Diese Entscheidung sollte nicht bei deinem Kind liegen!
Denn: Wasserangst ist normal und Kinder haben auch oft Angst vor dem Unbekannten. Sie können Angst davor haben, ihren Kopf unter Wasser zu tauchen oder sich im Wasser unsicher fühlen.
Während es natürlich wichtig ist, auf die Bedürfnisse und das Wohlbefinden deines Kindes zu achten, ist es ebenfalls entscheidend zu verstehen, dass das Schwimmenlernen eine Entscheidung für seine Sicherheit und Lebensqualität ist. Und das ist eine Verantwortung der Eltern! Du kannst deinem Kind zeigen, dass das Wasser ein sicherer und spannender Ort sein kann!
Die Realität ist, dass Kinder oft nicht die Fähigkeit oder das Wissen haben, ihre eigenen Sicherheitsbedürfnisse zu erkennen. Ein Kind, dass vielleicht Angst vor dem Wasser hat, kann sich nicht vorstellen, dass es irgendwann schwimmen kann und sogar Spaß daran haben wird. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht bereit ist, es zu lernen. Es braucht in diesem Fall einfach die Führung und die Unterstützung von den Eltern.
Kurzum: Schwimmen ist einfach eine Kernkompetenz fürs Leben. Und die beste Person, die das vermitteln kann bist Du als Elternteil!
Schwimmen lernen: Ein Schritt für ein sicheres Leben
Indem du deinem Kind das Schwimmen beibringst, gibst du ihm nicht nur eine wertvolle Fähigkeit fürs Leben mit, sondern auch ein Vertrauen, dass es braucht, um auch in anderen Bereichen selbstbewusst aufzutreten. Schwimmen ist mehr als Sport, es ist eine Sicherheitsmaßnahme und eine Fähigkeit, die deinem Kind ein Leben lang zugutekommt.
Du siehst: Es gibt also keinen besseren Zeitpunkt als JETZT, um die Entscheidung zu treffen, deinem Kind Schwimmen beizubringen.
Die Rolle der Eltern als ‚Schwimmlehrer‘
Wahrscheinlich bist du kein ausgebildeter Schwimmlehrer oder -lehrerin, denn dann wüsstest du schon um die Selbstverständlichkeit und Wichtigkeit des Schwimmenlernens. Aber das musst du für die ersten Schritte auch nicht sein. Der wichtigste Faktor bei der Wassergewöhnung und dem Schwimmenlernen ist die Verbindung zwischen dir und deinem Kind. Du kennst dein Kind am besten, du verstehst seine Ängste, seine Schwächen und Stärken. Zu dir hat es Vertrauen und du hast die Geduld es ans Wasser heranzuführen, bis es langsam die Sicherheit gewinnt, die es braucht, um selbstständig schwimmen zu lernen. Mit vielen kleinen altersgerechten Übungen und viel Zeit im Wasser wirst du es schaffen, dein Kind zum Schwimmen zu motivieren.

Was du tun kannst:
1: Wassergewöhnung mit Spaß und ohne Druck
Bevor dein Kind schwimmen lernen kann, muss es sich an das Wasser gewöhnen. Das bedeutet nicht, dass es sofort den Kopf unter Wasser tauchen muss. Schon das Spielen im flachen Wasser und das Umherplanschen sind wichtige Schritte, um Vertrauen zu gewinnen. Und ja, Wassergewöhnung fängt schon in der Badewanne an!
2: Schritt für Schritt vorgehen
Setze kleine Ziele, sie sollten erreichbar sein. Wichtig: Immer Loben und kein Drängen! Wenn ihr am ersten Tag nur mit den Füssen ins Wasser geht, feiert ihr am zweiten Tag vielleicht schon, dass das Wasser bis zum Knie geht. Jeder Erfolg zählt, stärkt das Vertrauen und trägt zum großen Ziel bei. Irgendwann bewegt dein Kind sich eigenständig im Wasser. Geduld ist der Schlüssel!
3: Geduld ist der Schlüssel
Erwarte keine Wunder in kurzer Zeit. Schwimmen lernen ist ein Prozess, der Zeit braucht. Hab Geduld! Feiere kleine Erfolge und gib deinem Kind die Freiheit, in seinem eigenen Tempo zu lernen. Das Kind zu überfordern ist kontraproduktiv und fördert nicht das Vertrauen! Irgendwann bewegt dein Kind sich eigenständig im Wasser, dann habt ihr schon sehr viel erreicht und es kann losgehen mit dem (spielerischen) Erlernen der ersten Schwimmbewegungen.
4: Sicherheit steht immer an erster Stelle!
Sorge dafür, dass dein Kind immer unter Aufsicht ist und in einer sicheren Umgebung schwimmt. Integriere von Anfang an Sicherheitsregeln in den Lernprozess!
Tipps für Eltern, das kleine 1×1
Spielerisch bleiben: Kinder lernen besser, wenn es Spaß macht. Also verbindet das im Wasser sein immer mit Spiel und Spaß!
- Keine Angst aufbauen: Nie überreden oder drängen, denn Druck blockiert Lernen.
- Regelmäßig üben: Kurze, aber häufige Einheiten sind das Mittel der Wahl und wirken Wunder.
- Hilfsmittel gezielt einsetzen: Brett, Nudel, Schwimmgurte unterstützen, während Westen, Schwimmflügel oder -reifen die Technik behindern und eine falsche Sicherheit vorgaukeln.
- Erfolge feiern und loben, loben, loben: Jeder kleine Fortschritt motiviert dein Kind enorm.
Häufige Fragen von Eltern
- Was tun, wenn mein Kind Angst hat?
Geduld! Spielt im Wasser! Macht kleine Schritte, sei ein Vorbild zeig deinem Kind alles, mach vor und mach mit. Jeder Erfolg wird natürlich gefeiert. - Wie lange dauert Schwimmenlernen?
Jedes Kind braucht seine eigene Zeit, aber mit wirklich regelmäßigem Üben merkt man schnelle Fortschritte. - Ab wann anfangen?
Je jünger das Kind, desto leichter wird es ihm fallen. Wahrscheinlich wird es nicht mit 3 Jahren Schwimmen lernen, aber mit der Wassergewöhnung kann man gar nicht früh genug anfangen, die beginnt schon in der Badewanne.
Fazit – Schwimmen ist eine Lebenskompetenz
Wenn Kinder schwimmen lernen ist es mehr als ein Spiel: Es ist Lebenskompetenz, Sicherheit und Selbstvertrauen. Die Entscheidung, deinem Kind Schwimmen beizubringen liegt bei dir.
Als Eltern kannst du deine Kinder mit Geduld, Liebe und spielerischen Übungen direkt ans Wasser führen, mit ganz viel Spaß und ohne Druck. Du kannst deinem Kind die Grundlagen selber beibringen und mit ihm die ersten Schwimmzüge feiern! Mit dem Seepferdchen-Abzeichen hat dein Kind schon sehr viel gelernt und das ist ein Mega Erfolg, aber denke immer daran, damit ist die Schwimmausbildung noch nicht abgeschlossen! Mindestens das Bronzeabzeichen sollte erreicht werden, damit man guten Gewissens sagen kann: ‚Mein Kind kann schwimmen‘! Die Grundlagen sind mit dem Seepferdchen aber gelegt, darauf wird aufgebaut und dein Kind ist selbstbewusst und mit Spaß dabei.
Schon kleine Schritte in Badewanne, Pool oder Schwimmbad legen die Basis, dass dein Kind sicher durchs Wasser gleitet. Und glaub mir: Jeder Blubberblasen-Lacher, der erste Sprung vom Beckenrand in die Arme, der Tauchring in der Hand, für den der Kopf unter Wasser musste, wirklich jeder noch so kleine Fortschritt lohnt sich.







